cogito, ergo sum...?

"ICH" denke, also bin ICH." Da haben afrikanische Kulturen einen viel realistischeren und weniger individualistischen Ansatz. Beziehungen machen uns doch zu dem, was wir sind.
 

26 Briefe an meine Freundin

 

Ein Priester schreibt seiner Freundin wie er sich von Dogma, Hierarchie und Moral des Vatikans befreite

 

Liebe Carole,

 

Du hast den Wandel meiner Einstellungen und Überzeugungen miterlebt. Du meintest eines Tages, dass es interessant wäre, diese Entwicklung festzuhalten. Besonders mein Wandel von einem bedingungslosen Fan von Papst, Kirche und ihrer Moral zu einem eher kritischen Genossen – nun, ich werde das beschreiben – hat uns oft zu Diskussionen Anlass gegeben und Dich zum Lächeln oder Lachen gebracht.

 

Mit den folgenden Briefen möchte ich das vielleicht hauptsächliche Axiom vieler afrikanischer Kulturen und Philosophien hervorheben, das da heisst:

 

Ich lebe in Beziehung, also bin ich.

 

In Beziehung bedeutet, in Verbindung mit allen Menschen, mit den Mitgliedern der Familie und des Dorfes zu stehen. Dem gegenüber wirkt das in Frankreich immer noch geläufige: "Ich denke, also bin ich" etwas egomanisch!

 

Was ein Mensch ist und wird, ist und wird er dank seiner Eltern, seiner Umgebung, seiner Ausbildung und besonders dank seiner Freunde und Feinde. Die Freunde sind wichtig, da nur sie helfen können, gute und schlechte Seiten einer Person zu erkennen. Nur der liebende Blick dringt verhältnismässig tief in das Innere ein. Die Feinde sind bedeutsam, denn sie haben einen schärferen Blick vor allem für die Schwächen, in denen sie ihre eigenen Fehler erkennen und bekämpfen. Nur die positiven und negativen Impulse von Personen der Umwelt erlauben es, die Persönlichkeit zu entfalten. (aus der Vorrede meines eBuchs)

 

So werde ich meine Einsichten und Aussichten als ‒ sicher etwas autobiografische ‒ Briefe an Dich, meine Freundin, darstellen und sie Dir widmen. Selbstverständlich verdanke und widme ich die folgenden Briefe ebenso meinen Feinden.

 

Nachvollziehbar sollen meine Briefe sein.

 

Mein Bemühen wird es sein – das ist für mich ganz wichtig – in den nachfolgenden Briefen auf eine  nachvollziehbare Weise zu argumentieren und zudem eine einfache Sprache zu benutzen.

 

Nachvollziehbarkeit, oft spricht man von Evidenz, ist ja das Wahrheits-Kriterium überhaupt. Nachvollziehbar bedeutet einfach, dass Deine Freunde meiner Argumentation folgen können. Nachvollziehbar heisst für mich selbst, dass diese Briefe meine Sinn-Synthese wiedergeben.

 

Die Antenne für Wahrheiten und Wahrheit kann „gesunder Menschenverstand“ genannt werden. ... Der gesunde Menschenverstand scheint Realismus oder Bodenhaftung zu verlangen, was wiederum Einfachheit und Bescheidenheit bedeutet.

 

In Liebe Dein L. Theodor

 

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