Klerikalismus

Klerikalismus bezeichnet „das Bestreben, der Geistlichkeit innerhalb einer Religion im Vergleich zu den Laien mehr Gewicht zu geben“ (wiki[Klerikalismus]). Der Klerikale ist somit ein Kleriker, der diese Bestrebung unterstützt.

Klerikalismus

Geistliche als Vertreter und Exponenten einer Religion pflegen sich im Allgemeinen ziemlich ernst zu nehmen. Sie profitieren vom Respekt, den der Mensch Gott und dem Glauben an ihn entgegenbringt, sowie von der Abhängigkeit von ihrem Ritualen zwischen Geburt, Eheschliessung und Tod. Wenn ein Priester den Laien gegenüber immer als der Lehrende und Massgebende auftritt, ist er vom Klerikalismus befallen.

 

Der Klerikale nimmt Meinungen und Überzeugungen der Laien eventuell bei der Reparatur seines Autos ernst, aber auch da glaubt er an seinen standesgemässen Überblick! Ich habe europäische und einheimische Klerikale angetroffen. Zu Beginn meines Aufenthaltes gab es in den umliegenden Pfarreien vorwiegend weisse Missionare, viele schienen sich durch paternalistische – eine Art vormundschaftliche – Haltungen auszuzeichnen. (Brief 2.4. des eBuchs)

 

Natürlich duzten sie fast jedermann. Und ihre Nachfolger, die einheimischen Klerikalen, führten diesen „Brauch“ fort.  Sie selbst aber mussten immer mit Sie und mit „Mon Père"  (Mein Vater) angeredet werden. Ich habe leider erlebt, wie ein europäischer Missionar seine beiden Boys für jede mögliche und unmögliche Handreichung durch sein Pfarrhaus jagte.

 

Klerikale überwuchern das Haus


 

Die Pfarrei bestand immer darauf, dass ich das Opfergeld der Gemeinde auf dem Berg abliefere. Im Gegenzug würde ich jeden Monat zehn Euro an meine Benzinkosten erhalten. Ich lehnte ab, weil ich mit der Gemeinde die Abmachung getroffen hatte, dass das Opfergeld zum Ankauf von Medikamenten dienen sollte. Nach der Vereinbarung würde ich die mir gebrachte Summe mindestens verdoppeln, um damit Medikamente gegen Malaria zu kaufen. Sie sollten beim Katecheten für alle Menschen des Dorfes unentgeltlich zur Verfügung stehen. Weil ich die ca. 5 Euro Opfergeld pro Monat nicht ablieferte, bekam ich auch die 10 Euro fürs Benzin nicht mehr, so wurden Prinzipien der Klerikalen durchgesetzt, für die das Leben in unserer Stadt wichtiger war, als das Leben in den Dörfern. (Brief 2.4.)

 

In Liebe Dein L. Theodor

 

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