Erkenntnisse ...

... gewinne  ich durch Erfahrungen, die mein ganzes Leben gestalten können. In einem Land Westafrika habe ich als Lehrer an einer Mittelschule und später als Priester Erfahrungen gesammelt und in den Briefen des zweiten Kapitels dargestellt

Schlüsselerlebnisse

 

Liebe Carole,

 

Ist es nicht so, dass unsere existentiellen Einsichten aus einer Anzahl Schlüsselerlebnissen zusammengefügt sind? Ich hätte als angehender Ordensmann nie und nimmer geahnt, dass ich die Hierarchie der Rkk einmal radikal in Frage stellen oder die zehn Gebote als unwichtig einstufen würde. Es wäre mir nicht im Traum in den Sinn gekommen, die Dogmen der Rkk oder ihre Moral zu hinterfragen. Vielleicht braucht es ein bisschen Glück, durch eigene Erlebnisse, wichtige Zusammenhänge zu erkennen.

 

Manchmal ist es ein Gespräch ...

Glück hatte ich - wie Du weisst - einige Male:

 

War es nicht unwahrscheinliches Glück in einer egalitären Konsenskultur zu landen und ganz in der Nähe eine ähnliche Kultur zu finden?

 

 

War es nicht ein Glück, das Evangelium in einer einfachen Umgebung zu lesen?

 

war es nicht Glück, dass Johannes-Paul II auf eine seiner Reisen die Stadt besuchte in der ich arbeitete? Denn dieser Besuch war für mich der entscheidende Impuls, Dogma, Hierarchie und Moral der römischen Kirche infrage zu stellen.

 

War es nicht ein grosses Glück, Dir zu begegnen?

... manchmal sind es Farben

 

War es nicht ein Glück, zweimal in eine psychiatrische Klinik eingewiesen zu werden? Denn in den zehn Jahren, die darauf folgten konnte ich an diesem Buch arbeiten, weil mich meine Vorgesetzten als nicht mehr belastbar ansahen. Auch kann ich mit meiner Schwester in meinem 200 Jahre alten Elternhaus wohnen.
u.s.w.

 

... es müssen nicht immer einschneidende Erlebnisse sein!

 

Vielleicht werden sich Deine Freunde fragen, ob bestimmte Schlüsselerlebnisse das eigentliche Thema der Briefe im eBook nicht verfehlen? Ich glaube, dass Denken und Tun nie isoliert sind. Ich kann eine mathematische Aufgabe dank meiner Vorbildung lösen, aber die Lösung hängt auch davon ab, ob ich das vorhergehende Essen gut verdaut oder gut geschlafen habe. Der Schlaf wiederum kann erschwert werden durch einen Ärger mit jemandem, der von meiner Fähigkeit, Frust wegzustecken, bedingt ist. Das mag mit meiner Erziehung zu tun haben. Und schon bin ich bei der Kindheit meines Vaters oder meiner Mutter usw. Ich hätte ja ebenso den Aspekt Verdauung weiter entwickeln können!

 

... auch kleiine Dinge können grosse Schatten werfen

 

Natürlich bitte ich Deine Freunde, mehr auf das Gemeinte als auf die Perfektion der Form und der Sprache zu achten. Sie kennen sicher das geniale Büchlein „Le Petit Prince“ (“Der Kleine Prinz“) von Antoine de Saint-Exupéry. Ich kann nicht umhin, an dieser Stelle eine Liebeserklärung an dieses Büchlein abzugeben, das von den wesentlichsten Seiten des Menschseins zu handeln scheint. Der Verfasser betont, dass es für die  „grossen Personen“ unmöglich ist, die elementarsten Dinge des Lebens zu erkennen. Als „grosse Personen“ – les grandes personnes – werden im klP Leute beschrieben, die sich mit Konventionen zufrieden geben, sich selbst als bedeutend erachten und von Macht, Geschäft oder Konsum leben.

 

Ein Beispiel bloss, wie „grosse Personen“ sind: Der Asteroid B612, von dem der kleine Prinz kam, wäre um ein Haar nicht bekannt geworden. Ein türkischer Astronom hatte ihn entdeckt und an einem Astronomen-Kongress, mit Turban und Kaftan, davon berichtet.

 

Natürlich fanden die „grossen Personen“ seine Aufmachung lächerlich und niemand glaubte seinen Ausführungen. Ein türkischer Diktator gebot seinen Untertanen unter Todesstrafe, sich europäisch zu kleiden. Das rettete den Asteroiden B612, vergessen zu werden, denn beim nächsten Kongress hatte der Astronom, diesmal im Smoking, überhaupt keine Probleme mit seiner Beweisführung (klP IV).

 

Wenn ich jemandes Freund werden möchte, schenke ich ihm eine Taschenausgabe des "Kleinen Prinzen". Wenn er das Büchlein genial findet, so bemühe ich mich um seine Freundschaft.

 

In Liebe Dein L. Theodor
 

 

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