"unfehlbare" Päpste ...

"Unfehlbare" Päpste haben fremde Kulturen nicht respektiert, z.B. im Ritenstreit. Sie rechtfertigten Sklaverei, führten Kriege und mordeten durch die Inquisition.

unfehlbar?

 

Liebe Carole,

 

Gibt es eine Unfehlbarkeit, wenn Päpste manchmal über Jahrhunderte hinweg menschliche Probleme nicht erkennen? Es gibt dafür sehr viele Beispiele. Deine Freunde mögen an die Kreuzzüge, die Kriege, die von der RkK verursacht wurden denken.

 

Durch ihr Leben und ihre Anordnungen haben Päpste doch implizit ein falsches Bild von Gott übermittelt, ein Bild von einem unbarmherzigen Gott. Zeigen sie nicht durch Paläste und Petersdom das Bild eines allmächtigen Gottes, ohne Rücksicht auf Verlust von Arbeitern. die solches bauen mussten. Ist dieses Verhalten nicht gravierender als ein Dokument mit einer feierlichen, "unfehlbaren" Einleitung?

 

Dogmatik und lehramtliche Äusserungen belegen, dass die Botschaft Jesu in einer ungeheuren Flut von Folgerungen aus eben dieser Botschaft erstickt wird. Es gibt eine perfide Abkehr von den Evangelien, indem man ein grosses Gebäude an Folgerungen aus den Evangelien errichtet und diese Deduktionen die Evangelien in den Hintergrund drängen. (Brief 4.1. des eBuchs)

 

Im Glauben müssen wir festhalten, daß außerhalb der apostolischen, römischen Kirche niemand gerettet werden kann; ... Aber ebenso müssen wir sicher daran festhalten, daß von dieser Schuld ... niemand betroffen wird, der da lebt in unüberwindlicher Unkenntnis der wahren Religion. (Pius IX., 1854)

 

In der Aussage ist allerdings ziemlich viel Luft, denn die meisten Leute ausserhalb der RkK wissen ja nicht, wie ernst sich die RkK nimmt.

 

Es scheint mir eher ein etwas plumper, über die Jahrhunderte weg stets wiederholter Versuch, die Katholiken bei der Stange zu halten oder sie vielmehr an den Vatikan zu binden.
 

 

Deine Freunde werden sich vermutlich fragen, weshalb die Unfehlbarkeit für Papst und Bischöfe fast so etwas wie eine Obsession ist. Ich meine, dass es um ihre Autorität geht. Sie wollen der Möglichkeit entgehen, in Frage gestellt zu werden. Sie halten offenbar nichts von einem Workshop mit Laien, bei dem sie „bloss“ gemeinsam Suchende (und Irrende) wären. Wenn Jesus der Kirche versprochen hat:

 

Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt (Mt 28,20b),

 

heisst das nicht, so glaube ich, dass die Kirche nie irren kann. Eltern können ihre Kinder Fehler begehen lassen, damit sie etwas lernen. Kann Gott das nicht ebenso? Das „Trial and Error“ ist doch einfach wichtig im Lernprozess des Individuums, aber auch der Völker im Lauf der Geschichte.

 

In Liebe Dein L. Theodor

 

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